Jan 22 2008

Alpsteinwochenende – 14./15.07.2007

Geschrieben von um 17:26 unter Familiengruppe

Nach wochenlangem Regen hatte die Familiengruppe das ersehnte Wetterglück, dass es gerade zur Wochenendtour im Alpsteingebiet zwei wunderschöne Tage Sonnentage gab.

Dafür nahmen wir es gerne in Kauf, dass es beim Aufstieg von Wasserauen (876 m) zur Rotsteinpasshütte (2.120 m) anfangs sehr heiß war und wir richtig ins Schwitzen kamen.

Am Seealpsee (1.144 m) konnten wir uns dann eine Erfrischungspause gönnen, bevor es am Seeufer entlang weiter ging.

Ein steiler Serpentinenpfad führte uns schattig zunächst durch den Bergwald und dann ausgesetzt durch die Felswand aufwärts. Dabei konnten wir immer wieder tolle Tiefblicke genießen.

An Steilstufen gewannen wir auf angelegten, gut gesicherten Stufen schnell an Höhe.

Kurz nach der Meglisalp (1.517 m) legten wir am Spizigstein eine weitere Rast ein. Jede Ablenkung am Wegesrand wurde dankbar angenommen, um von den 1.200 Aufstiegsmetern abzulenken.

Dann endlich lag nach 6 Stunden Aufstieg die Rotsteinpasshütte vor uns.

Die Hüttenwirtin empfing uns wie im letzten Jahr sehr freundlich und schon bald konnten wir uns beim Abendessen für den nächsten Tag stärken.

Nach dem Essen genossen wir mit den letzten Sonnenstrahlen die Abendstimmung. Dann gab es noch eine Überraschung ganz seltener Art: Vom Altmannsattel stieg ein Steinbockrudel mit insgesamt 26 Tieren bis zur Hütte ab und versammelte sich in 50 m Entfernung vor der Hüttenterasse, um Salz von einem Felsblock zu lecken, das wohl der Hüttenwirt für diese imposanten Alpentiere dort aufgebracht hatte.

2. Tag, 15.07.2007

Auch am zweiten Tag wurden wir gleich morgens mit Sonnenschein und einem herrlichen Säntispanorama verwöhnt.

Vor dem Abmarsch stellten sich Familie Klüh, Fuchs und Obergföll Familiengruppenleiter Norbert Klein zu einem Gruppenbild. Die jüngsten Teilnehmer Sebastian und Johannes waren erst 6 und 7 Jahre alt. Ohne Probleme hatten sie und auch Laura, Felix, Fabian und Hannes tags zuvor den beschwerlichen Hüttenaufstieg bewältigt.

Bevor es aber nun an den Abstieg ging, mussten wir erst einmal 250 Höhenmeter in steilem Fels zum Altmannsattel (2.368 m) aufsteigen. Durch tolle Tiefblicke und kämpfende Steinböcke in 15 m Nähe neben unserem Weg wurden wir für diese Mühen mehr als entlohnt.

Bei der Querpassage vom Zwinglipass zum Altmannsattel wurden wir argwöhnisch vom Chef des Steinbockrudels beäugt, der sich majestetisch am exponiertesten Punkt des Grates niedergelassen hatte.

Für den nun folgenden Steilabstieg an einem Schneefeld entlang hatte wir die Kinder mit Sitzgurten und Bandschlingen ausgerüstet, so dass sie durch die Erwachsenen gesichert gefahrlos absteigen konnten.

Wie die Perlen an einer Kette erfolgte der Abstieg der gesamten Truppe, denn an diesen Stellen ist Steinschlag niemals auszuschließen. Wünschenswert wäre es allerdings, wenn der Schweizer Alpenverein SAC solche Passagen durch wesentlich straffere Drahtseilsicherungen ausstatten würde.

Am Ende dieses Abstieges legten wir auf einer Rasenterrasse eine Vesperrast ein, von wo wir noch einmal zum Altmannsattel aufblicken konnten. Von hier aus wurde uns nochmals richtig bewußt, wie steil doch diese Passage gewesen war.

Nun lagen allerdings weitere 700 Höhenmeter vor uns, um unser nächstes Etappenziel, den Fälensee (1457 m), zu erreichen.

Mit Blick zurück auf unseren Abstiegsweg und hinauf zu den Fälentürmen genossen wir bei einer weiteren Pause den Blick über diesen schönen Hochgebirgssee.

Nach weiteren 200 Abstiegsmetern hatten wir dann den zweiten See an unserem Weg erreicht. Wegen der Hitze ließen wir den Sämtisersee (1.279 m) aber rechts liegen. Im Waldschatten ging es noch einmal müde an die letzten Rucksackreserven.

Als wir dann nach insgesamt 8 Stunden Wanderzeit und insgesamt 1.400 Abstiegsmetern in Brülisau (922 m) ankamen, nutzen alle noch einmal die Pause, bis alle Autos von Wasserauen herübergeholt waren, um sich im nahen Bachlauf noch einmal zu erfrischen.

Alle Teilnehmer waren von den herrlichen Panoramablicken dieser Tour begeistert. Die Kinder hatten an diesen beiden Tagen eine ganze tolle Leistung vollbracht, wofür sie durch die Steinböcke und das eine oder andere Murmeltier belohnt worden waren.

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