Jan 23 2008

Schwäbisch als Wohllaut (BZ, 10.05.2006)

Geschrieben von um 13:51 unter Pressemeldungen

Badische Zeitung vom 10.05.2006
Schwäbisch als Wohllaut
Der Alpenverein hatte sich zum Jubiläum „Stumpfes Zieh & Zupf Kapelle“ gegönnt

VON UNSEREM MITARBEITER MANFRED DÖRNER
LAHR. Mit urschwäbischem Humor und fetziger Musik feierte der Deutsche Alpenverein Lahr am Samstagabend in der Sulzberghalle sein 100-jähriges Vereinsbestehen. Die vier Musiker der „Stumpfes Zieh & Zupf Kapelle“ mit Manfred Arold, Benny Jäger, Michael Flechsler und Marcel Hafner präsentierten sich sowohl als Orchester als auch als Chor, der mit seinen musikalischen Darbietungen den Festsaal zum Kochen brachte.

Sehr schnell hatten die vier Akteure mit ihrem Dialekt die Brücke zu den Gästen geschlagen und das Publikum in ihre Lieder mit eingebunden. Alle Lachkanonaden waren die Folgen der schwäbischen Anekdoten und Melodien, die in der ganzen Welt gesammelt wurden. Der Name des Orchesters verdankt sich urmensch-lich – urschwäbischen Seelenregungen. Herr Stumpfes – weil dieser Name wie kaum ein anderer den „inneren Schweinehund“ der schwäbischen Volksseele verkörpert, Zieh & Zupf – weil es die Regungen sind, die genau dagegen, gegen das innere Abstumpfen rebellieren; und Kapelle, weil es diesen Regungen am besten geht, wenn sie musikalisch unterstützt werden, so die Erläuterungen zum Namen, der zugleich Programm ist.
Wie die Musiker selbst bestätigten hatten sie ihre Texte in den Kochtöpfen anderer Leute gefunden und aus deren Lieder eigene komponiert. So konnten auch an diesem Abend viele bekannte Schlager oder Melodien der Volksmusik mit neuen schwäbischen Akzenten die Begeisterung beim Publikum wecken. Die Musik des Abends brodelte auf jeden Falle in Suppen- und Garküchen, die an diesem

Abend von Herrn Stumpfes Zieh & Zupf Kapelle in der Sulzberghalle betrieben wurden. Ein Mikrokosmos voller Lieder, Instrumente, Rhythmen und Sounds wurde vorgetragen und wer den Dialekt verstand, konnte viel Eigenes, Vermengtes, Regionales und Globales, Nahes und Fernes wieder entdecken.
Einfach alles, was zusammen passt und irgendwie den Musikern gut schmeckte, wie Linsen und Spätzle, wurde an diesem Abend serviert, sehr zum Wohle des begeisterten Publikums. Auch das Outfit der Musiker und die Mimik und Gestik passten einfach zusammen. Das eingesetzte Inventar war vielfältig, das Spiel auf der Bühne war begeisternd und so feierte die Kapelle mit einem rauschenden Applaus der nicht enden wollte, einen weiteren großen Erfolg.
Es hätte nach drei Zugaben weiter gehen können, wenn nicht die Musiker ermüdet, das Programm beendet hätten. Eine persönliche Verabschiedung vom Publikum mit Händeschütteln und die Verteilung von Autogrammen setzten den krönenden Schlusspunkt unter eine gelungene Veranstaltung.

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