Mrz 01 2008

Klettersteigwoche – Teil 1

Geschrieben von um 15:56 unter Jugendgruppe

In der letzten Schulferienwoche waren Sarah, Sophie, Michael, Ottmar, Timo und Norbert vom 09.09. – 15.09.2006 in den Dolomiten, um eine ganze Woche herrliche Klettersteige zu begehen. Wir waren in St. Kassian in der Pension Laurin bestens untergebracht und noch besser verpflegt.

Anreisetag, Samstag, 09.09.2006.

Um etwas von den Alpen zu sehen, waren wir extra über die Schweiz angereist. Dort sind wir über Klosters (endlich ist die Tunnelumfahrung fertiggestellt) und Davos auf den Fluelapass gelangt und in Zernez aus dem Engadin zum Ofenpass abgebogen.

Am Fluelapass (2.383 m).

Im Etschtal ging es dann über Meran nach Bozen. Im Grödnertal konnten wir dann zum ersten Mal die Dolomitengipfel hautnah erleben. Übers Grödnerjoch ging es dann hinunter nach Corvara und dann hatten wir auch schon das Abteital und St. Kassian erreicht.

Vom Grödnerjoch (2.137 m) öffnete sich der Blick zur Tofanagruppe, die zu unserem Tourengebiet gehörte.

1. Tourentag, Sonntag, 10.09.2006 – Tomaselliklettersteig.

Da St. Kassian sehr zentral zu unseren Zielen lag, hatten wir rasch den Falzaregopass, unseren Ausgangspunkt, erreicht. Überragt wird der Pass vom Kleinen Lagazuoi, der im 1. Weltkrieg Schauplatz einiger schrecklicher Kämpfe war. Zwei Schuttkegel am Wandfuss zeugen von Sprengungen der Österreicher und Italiener, die mit Tonnen von Sprengstoff versuchten, die gegnerischen Stellungen weg zu sprengen.

Unterhalb des Kleinen Lagazuoi (2.752 m) begann unsere Tour, schon bald lag der Falzaregopass (2.105 m) unter uns.

Nach 2 Stunden Aufstieg erreichten wir die südliche Fanisspitze (2.980 m), auf die der Tomaselliklettersteig hinaufführt.

Der Tomaselliklettersteig galt vor einigen Jahren noch als schwierigster Klettersteig der Dolomiten. Durch neue, straffe Drahtseilsicherungen ist er aber sehr gut abgesichert und hat sicherlich an „Brisanz“ verloren.
Dennoch hat es die erste Schlüsselstelle, die unmittelbar unterhalb alter Holzleitern aus dem 1. Weltkrieg vorbeiführt, in sich. Luftig geht es senkrecht die Wand hinauf.

Die nunmehr 90 Jahre alten Holzleitern dienten den Kaiserjägern als Nachschubweg, um Munition, Verpflegung und Brennholz auf den Gipfel zu befördern.

Nur einmal wird die steile Westwand durch ein Band, die Cengia Alta, unterbrochen, ansonsten haben sich die Steigerbauer an die Devise gehalten, möglichst schnell und direkt zum Gipfel zu gelangen.

links: Timo und Michael in lustiger Kletterei
rechts: Sarah und Ottmar an der Ausstiegsplatte in Gipfelnähe

Für die 300 Höhenmeter benötigten wir 90 Minuten und durften dann bei herrlichem Spätsommerwetter den Rundblick geniessen.

Bis in die Fanesscharte führt ein weiterer Klettersteig hinunter, doch dann muss man sich in einer schrecklichen, steilen Geröllrinne den Abstiegsweg selber suchen. Nach einem gefahrlosen, gesichtern Aufstieg muss man nun die gefährlichste Stelle des Berges bewältigen.

Über die Forcella Grande (2.652 m), Forcella Gasser Depot (2.633 m) und die Forcella Travenazes (2.507 m) kehrten wir wieder zu unserem Ausgangspunkt zurück. Leider reichte die Zeit nicht mehr aus, um noch den Kleinen Lagazuoi zu besteigen, um dann durch einen 1.100 m langen Felstunnel die alten Kriegsgallerien zur Stellung der Italiener auf dem Band Cengia Martini abzusteigen.

Beim Abstieg liessen wir es uns aber nicht nehmen, zumindest den Stollenausgang zu besichtigen, von dem man herrliche Panoramabilder schiessen kann.

Fortsetzung in „Klettersteigwoche – Teil 2“

Keine Kommentare

Kommentar schreiben


− vier = 3