Mrz 01 2008

Klettern und Baden an der Ardeche – 02. – 09.06.2007 Teil 2

Geschrieben von um 16:31 unter Familiengruppe

Der sportlichste Höhepunkt stellte sicherlich unsere 24 km lange Kanufahrt durch die tiefsten Schluchtteile der Ardèche dar. Bei einem Bootsverleiher kann man die Ausrüstung und die Schalenkanus ausleihen, man bekommt eine kurze Anleitung und schon kann es losgehen.

Zuerst einmal zwängten wir uns alle in die engen Neoprenanzüge, die bei der kühlen Morgenwitterung noch einen willkommenen Wärmeschutz darstellten.

Vor der Abfahrt stellten wir uns alle dem Fotografen. Trotz der Vorfreude waren wir aber auch alle gespannt, ob wir auch die vielen Stromschnellen meistern würden.

Die Verpflegung und trockene Kleider hatten wir in Plastikfässern gut verstaut, die wir mit Gurten sicher auf dem Kanu befestigten. Selbstverständlich ließ es sich Norbert nicht nehmen, als „alter Kanuprofi“ in der ersten richtigen Stromschnelle zu kentern. So waren alle gleich vorgewarnt, das die Bootsfahrt nicht nur ein Zuckerschlecken war. Noch viele Kentermanöver folgten in den teilweise reisenden, heimtückischen Katarakten. Doch glücklicherweise wurde dabei niemand verletzt, so dass auf den Paddelstrecken immer noch die Zeit blieb, die Schluchtwände und die wilde Vegetation zu genießen.

Auf der Karte konnten wir uns orientieren und uns auf die gefährlichsten Stromschnellen gut einstellen.

Mit der Zeit beherrschten auch alle die Lenkmanöver und es machte so richtig Spaß.

Mehrere Male legten wir eine Erhol- und Stärkungspause ein, bei der wir dann auch Schwimmwesten und Neoprenanzüge ablegen und uns in der Sonne wärmen konnten.

Eine der schönsten, aber auch bizarrsten Felslandschaft in der Schlucht stellt die „Kathedrale“. Über Jahrmillionen hat sich das Wasser nicht nur tief in die Kalksteinfelsen eingegraben, sondern hat dabei auch wahre Kunstwerke geschaffen.

Obwohl wir eigentlich auf dem Schlussstück ständig im zeitlichen Verzug waren, schafften wir es durch Aufbieten der letzten Kräfte, pünktlich und aberglücklich am Endpunkt anzulangen, wo wir von unserem Bootsverleiher mit einem Kleinbus abgeholt wurden.

Bei so vielen sportlichen Aktivitäten durfte natürlich die Erholung nicht zu kurz kommen. Dafür bietet sich ein Badestrand am Nebenfluss La Beaume geradezu an. Am Ufer kann man in der Sonne faulenzen, im Fluss kann man sich abkühlen und gegen den Strom schwimmen und auf den Felsterassen am anderen Ufer können die Kinder abenteuerliche Spiel entwickeln.

Eine besondere Exkursion führte uns in die Tropfsteinhöhle von Orgnac. Diese Höhle wurde erst 1945 erschlossen und mit der Zeit so ausgebaut, dass Zuschauer bis in 120 m Tiefe durch die riesigen Tropfsteinhallen vordringen können.

Über Millionen von Jahren haben sich riesige Stalakmiten gebildet, die über 25 m Höhe erreichen und die phantasievollsten Figuren bilden.

In der erste Halle, die 100 m lang und bis zu 60 m hoch ist sind unzählige Tropfstene entstanden, die mächtigen Pfannkuchentürmen ähneln.

Das Wasser, das an den Wänder herunterläuft, hatte mächtige Sintervorhänge, die wie unwirliche Orgelpfeifen aufgereiht sind, entstehen lassen.

Der Abschluss unserer Abenteuerwoche war dann auch etwas Besonderes. Durch eine Höhle, die wir eigenständig mit unseren Stirnlampen erkundeten kamen wir an einen Ausgang, der sich in 30 m Höhe befindet. In atemberaubender Weise seilten wir gekonnt ab, das war wie die gesamte Woche ein Erlebnis, die wir alle nicht so schnell vergessen werden.

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