Mrz 01 2008

Besteigung des Uri-Rotstocks

Geschrieben von um 16:36 unter Seniorengruppe

Das anhaltend unbeständige und schlechte Wetter im Bergsommer 2007 zwang uns, ab Anfang August diese Bergtour in die Zentralschweiz immer wieder zu verschieben.

Endlich war es soweit, dass zwei schöne Tage gemeldet wurden und so konnte die Gruppe bestehend aus fünf Teilnehmern am 14. und 15. August die Unternehmung wagen. Bei vielversprechendem Wetter fuhr die Gruppe über Luzern bis Altdorf in die Zentralschweiz. Dann ging es weiter über ein ausgesetztes Sträßchen ins Isentahl nach St. Jakob (990 m).

Auf dem Parkplatz am Lift kann man die PKW´s kostenlos abstellen, dort schulterten wir die nicht zu schweren Rucksäcke.

In Rüti verlässt man die Talstraße und steigt den östlichen Talhang durch den Bergwald über Chimiboden zur Biwaldalp (1.694 m) auf.

Erfrischung nach dem Hüttenaufstieg.

Hier ist man bestens untergebracht und die Älplerfamilie Infanger bemüht sich nach Kräften. Hier gibt es noch im 2-Bett-Zimmer die Halbpension für 55 SFR und im Lager für 45 SFR. Zimmer und Lager sind gut ausgestattet, jedoch ohne Licht, so dass man sich mit der Taschenlampe behelfen muss.

Nach dem reichlichen und schmackhaften Abendessen ließ Wolfgang Mießmer wieder sein Örgeli erklingen und fand großen Beifall bei der Wirtin und den Gästen.

Auf Empfehlung der Wirtin muss man zu dem langen und beschwerlichen Aufstieg spätestens um 06.30 Uhr aufbrechen. Diesen Rat haben wir gerne angenommen und später auch nicht bereut. Der erste Wegabschnitt ist von Weideflächen, Wildheuhängen, Geröllhalden und von Felsbarrieren geprägt.

Nach etwa zwei Stunden erreichten wir die unbewirtschaftete Gitschenhöreli-Hütte (2.300 m) am stark schrumpfenden Blümlisalpfirn. Diese Hütte ist ein wichtiger Stützpunkt auf dem langen Aufstieg und kann bei Benutzung die Tour erheblich erleichtern.

Auf der langgestreckten Seitenmoräne geht es weiter aufwärts und erlaubt großartige Ausblicke in die noch vergletscherte Bergwelt.

Es sind nur einige Schneefelder zu queren und man erreicht problemlos den Aussichtspunkt 2.753 m, wo man bereits den ersten Tiefblick über 2.500 m zum Urner See genießen kann.

Weiter aufwärts geht es nun über einen breiten schuttartigen Grat. Ein Felskopf muss auf der Westseite umgangen werden und man erreicht den Sattel (2.798 m). Das letzte Stück geht noch einmal steil in Serpentinen hinauf und die Gruppe stand nach rund 5 1/2 Stunden auf dem Gipfel des Uri-Rotstocks (2.928 m) mit einer wirklich faszinierenden Aussicht in alle Richtungen. Mit einem freundlichen „Gruetzi“ wurden wir von den jüngeren Schweizern anerkennend empfangen, denn wir waren die einzigen Senioren auf dem Gipfel.

Die fünf Lahrer Bergsteiger am Ziel ihrer Mühen.

Blick nach Osten und hinunter zum Urnersee.

Nach der verdienten Gipfelrast und netten Gesprächen mit den Schweizer Bergfreunden ging es über den Normalabstieg zurück zur Biwaldalp, wo wir uns erfrischten und unsere Rucksäcke wieder komplettierten. Den Ausgangspunkt in St. Jakob erreichten wir nach beinahe 2000 m Abstieg ziemlich erschöpft nach 11 Stunden und traten noch nach diesem langen, erlebnisreichen Tag zufrieden die Rückfahrt an.

Tourenleitung und Bericht: Hans Textor
Bilder: Wolfgang Mießmer

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